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Joachim Schlömer


Nach anfänglichem Architekturstudium wurde Joachim Schlömer an der Folkwang Hochschule in Essen zum Tänzer und Choreografen ausgebildet.

Einem ersten Engagement an der Brüsseler Opera folgte die Gründung seines eigenen Ensembles, der Compagnie Josch. Nach ersten Erfolgen seiner Compagnie in London, Antwerpen, Brüssel und Lissabon übernahm er in Folge die Direktion der Tanztheater in Ulm, Weimar und Basel.

Darüber hinaus choreografierte er für das Ballet Charleroi Danse, Baryshnikovs White Oak Dance Project, Ballet de l'Opera de Lyon, Compagnie Provincial Dances Jekaterinenburg und das Ensemble Gumarang Sakti.

Seit Ende der 90 Jahre arbeitet Joachim Schlömer synergetisch auch als Opern- und Schauspielregisseur. Es entstanden Arbeiten wie orfeo ed euridice, la guerra d'amore (Einladung zum Theatertreffen 2000) beides am Theater Basel, rheingold an der Staatsoper Stuttgart und die nervenwaage für das Burgtheater Wien.

2001 verließ Joachim Schlömer das Theater Basel, um als freischaffender Regisseur zu arbeiten. Seitdem entstanden Werke für die Salzburger Festspiele, the day i go to the body, für das Burgtheater Wien, elektra, weitere Opern und Neue Musiktheaterprojekte an der Staatsoper Stuttgart, dem Theater Basel, der Staatsoper Hannover, dem Nationaltheater Mannheim, dem Steirischen Herbst und den Wiener Festwochen.

Joachim Schlömer gründete mit David Finn das fischhouse, eine Performancegruppe in San Francisco und mit Graham Smith in Lissabon dogs, eine Zweimannkompanie. Mit der ersten Produktion speed, neither/nor gingen dogs in Europa auf Tournee.

Seine filmische Arbeit umfasst the platform, entstanden für SFR und 3sat, ein Experimentalfilm zum Thema Beweglichkeit und electric boy, ein Tanzspielfilm für arte, den er zusammen mit Andreas Morell realisierte.

Joachim Schlömer veröffentlichte 2004 mit A.T.Schaefer, der NRW-Kulturstiftung und der Edition Braus eine fotografische Dokumentation. Unter dem Titel senza fine werden 12 seiner Inszenierungen vorgestellt.

Joachim Schlömer hält Vorträge über seine Theater-, Tanz- und Opernarbeiten sowie über seine Filme an Universitäten und bei Kongressen. Er ist Juror bei verschiedensten choreografischen Wettbewerben und Stipendienvergaben. Demnächst wird er u.a. eine Gastprofessur an der Universität Giessen (Institut für Angewandte Theaterwissenschaft) übernehmen.

Er erhielt den deutschen Kritikerpreis und den Otto-Kasten-Preis der Intendanten für sein choreografisches Werk.

Seine nächsten Arbeiten sind u.a. die Erstellung einer Trilogie mit dem Titel irrfahrten bei den Salzburger Festspielen 2006 und eine Arbeit zum Thema der Vermengung realpolitischer und mythologischer Themen in Indien und Berlin 2007.