wege und markierungen 1 ("reisen bildet") (1998) © Christian Schnurein gewisser monsieur plume (eine gedankenmusik) (2007) © Ernst Hessevariante no 4 (1986) © Gerno Michalkeconcerto (1997) © Sebastian Hoppe

01.09.2008
in schnee (cellosuiten) (2008) © Priska Ketterer

Presse und Fotos

Pressestimmen und weitere Fotos von in schnee online.



18.08.2008
entführung aus dem serail (2008) © Maurice Korbel

Lucerne Festival

Innerhalb eines Monats stehen drei Uraufführungen beim Lucerne Festival an und einiges mehr:

in schnee
Zunächst am 15. und 16. August das Tanzmusikstück in schnee, die 6 Cellosuiten von J.S. Bach. Alle kennen sie, selten hat man sie an einem Abend gehört, geschweige denn in Zusammenhang mit Tanz gesehen. Das soll jetzt anders werden. Das Stück ist ein sensibles Hör- und Seherlebnis, dabei ist es äußerst emotional, soviel kann ich schon mal versprechen. Wie sollte es auch anders sein, bei dieser Musik. Der Abend basiert auf Thomas Manns Buch Der Zauberberg. Wir leihen uns als Protagonisten die Figur des Herrn Castorp, der auf einem Ausflug, weg aus dem dort gelegenen Berghotel, in einen Schneesturm gerät und Visionäres/Halluzinatorisches erfährt. Dieses Erlebnis lässt ihn sein eigenes Ich erleben und führt ihn zurück in die Welt, den Krieg und letztendlich auch in den Tod.
Die fünf Tänzer und vier Musiker haben erstaunliches geleistet und zusammen haben wir mit der Dramaturgin Inga Schonlau einen klar strukturierten Szenenablauf für den Abend erstellt. Wir freuen uns Euch an einem der vielen Aufführungsorte wiederzusehen. Nächste Station ist schon am 19. und 20. September La Monnaie in Brüssel, bevor es dann am 5. Oktober nach Freiburg und am 10. nach Heidelberg zu pvc zurückkehrt. Nicht verpassen!

electric boy
Vor der nächsten Premiere gibt es am 17. August um 16.00 Uhr und am 18. August um 19.00 Uhr im Luzerner Stattkino die seltene Gelegenheit, electric boy zu sehen. Eine frühe filmische Arbeit für 3 Tänzer. Der Film wird zusammen mit Pina Bauschs sacre du printemps gezeigt.

ma sacre
Am 1. September folgt ma sacre, eine Arbeit mit Jugendlichen der Kantonalschule in Luzern. Die Uraufführung (Open Air) am Wagenbachbrunnen erfolgt in Zusammenarbeit mit der Schule. 38 Schüler/innen werden an diesem Abend teilnehmen. Thema ist das "Opfer". Fritz Hauser (für die musikalische Seite) und ich werden ein halbstündiges Körper-/Musikspiel in Anlehnung an sacre du printemps von Stravinsky direkt am/im berühmten Wagenbachbrunnen vor dem KKL Luzern machen.

speed, neither/nor
Am 6. September dann mal wieder speed, neither/nor. Ein Stück das Graham Smith und mich wohl so schnell nicht in Ruhe lassen wird. Deswegen heißt es diesmal auch nicht: letzte Vorstellung im Luzerner Theater, vielmehr ist es als Auftakt einer neuen Serie von Vorstellungen geplant.

entführung aus dem serail
Last but not least: entführung aus dem serail von W. A. Mozart. Die Uraufführung der neuen Fassung findet am 14. September statt, am 15. gibt es eine weitere Vorstellung. Der Abend ist dieses Jahr außerdem noch am 3. und 4. Oktober im Festspielhaus St. Pölten zu sehen, meiner neuen Wirkungsstätte ab September 2009.
Für mich geht es weder um orientalischen Haremszauber noch um ein Puppenspiel, eher steht für mich eine psychische Extremsituation im Mittelpunkt: Wie erleben die Opfer ihre Entführung? Was geschieht mit ihnen während der Gefangenschaft? Kann es für sie überhaupt noch ein "normales" Leben danach geben? Der deutsche Philologe Jan Philipp Reemtsma wurde im Frühjahr 1996 von Entführern verschleppt. Diese fünfwöchige Gefangenschaft hat er in seinem Buch Im Keller geschildert und aufgearbeitet. "Eine Entführung, eine Zeit außerhalb aller anderen sozialen Kontakte als der antisozialen mit den Entführern, ist eine Zeit aufgezwungener Intimität. Es entwickeln sich Umgangsformen - wie auch immer die beschaffen sein mögen. Man lernt einander kennen, wenig, aber doch ein wenig. All das innerhalb eines extremen Machtgefälles: absolute Macht dort, absolute Ohnmacht hier", schreibt Reemtsma. "Man verliert diesen Gedanken nie: Dieser Mensch verfügt über mein Leben. In doppelter Hinsicht: Er kann mich jederzeit töten, und einzig von ihm sind meine Lebensbedingungen abhängig."
Aus dieser Perspektive der Opfer nähere ich mich der Geschichte, die Mozart in seiner Oper erzählt. Die Inszenierung führt ein Experiment durch: Unter der Aufsicht Bassa Selims werden die einzelnen Personen unterschiedlichen Konstellationen einer Entführung unterworfen. Die vollständige "Ohnmacht", die Reemtsma erfahren hat, das "Gefühl, bei lebendigem Leib nicht mehr da" zu sein, wird durch eine Zweiteilung aller Charaktere in Tänzer und Sänger, in den "Körper" und das "Ich" symbolisiert.



12.08.2008
in schnee (cellosuiten) (2008) © Maurice Korbel

Fotos

Fotos von in schnee und entführung aus dem serail sind jetzt auf den Projektseiten verfügbar.



12.06.2008
tango la queen (2008) © Maurice Korbel

Breaking News!

Ich freue mich Euch allen mitteilen zu können, dass ich seit dem 9. Juni designierter Intendant/künstlerischer Leiter des Festspielhauses St. Pölten in Österreich bin. Die Spielzeit 09/10 wird meine erste sein, die Vorbereitungen beginnen ab sofort. Wir haben große Pläne dort und ich freue mich, wenn Ihr alle den Weg dorthin schafft.

tango la queen ist endlich rausgekommen. Es war außerordentlich erfolgreich. Mehr darüber könnt ihr auf der Projektseite nachlesen. Nächste Spielzeit wird das Projekt wiederaufgenommen. Es ist ab dem 22. Oktober erneut zu sehen.